Willkommen in oneworld4all


 
Diesen Blog über Reise, Politik, Frauenleben, Europa und weltweit schreibe ich für Euch und für mich.
 
Ich widme ihn Sola, meiner Enkelin. Ich wünsche ihr, dass sie gut durch die Schule des Lebens geht und lernt, diese eine Welt zu schützen und wo es geht zu verbessern.
 
Sechs Jahrzehnte lang prägte mich die Demokratie der Bundesrepublik und Europas. 60 Jahre voller Erfahrungen mit allen Höhen und Tiefen. Einige möchte ich mit Euch teilen,  in den Blog-Artikeln, die geographisch und thematisch in loser Reihenfolge erscheinen.
Ich liebe Menschen, Kunst und Musik und bin eine unverbesserliche Sammlerin. Erinnerungsstücke von meinen Reisen und unzählige Fotos regen mich an, die Geschichten dahinter zu erzählen.
 
Entstanden ist eine bunte Perlenkette, eingebettet in Zeitgeschichte voller Leben.

Mein Leitgedanke "Nie wieder Krieg" ließ mich aktiv sein in Frauen- und Friedensbewegung.
Über vier Jahrzehnte engagiere ich mich aktiv in der  Sozialdemokratie, davon  20 Jahre  als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Ich war unmittelbar in Zeitgeschichte rund um die Welt involviert und von vielen Menschen und Kulturen inspiriert.
 
Dieser Blog wächst ständig und ist dynamisch. Über Facebook informiere ich über die neuen Blogartikel. Alle Beiträge und Fotos sind von mir, ansonsten sind UrheberInnen gekennzeichnet. Kommentare  sind herzlich willkommen.

Viel Spaß beim Lesen, schauen, klicken wünscht Lissy Gröner mit ONEWORLD4ALL 

 


Narzissmus - Krankheit unserer Tage?

SELBSTBEZOGENHEIT – SELBSTBEWUNDERUNG – EGOISMUS 


Narzisstische Wesenszüge , das sind überhöhte Anspruchshaltung, unkritische Selbsteinschätzung, ausnützerische und egoistische Einstellung, Neid und Überheblichkeit, nehmen offenbar zu in unserer Zeit und Gesellschaft.

Noch folgenschwerer wird es dann, wenn es sich um eine narzisstische Persönlichkeitsstörung handelt: selbstgefällig, dünkelhaft, aufgeblasen, wichtigtuerisch, großspurig; dabei unrealistisch überzeugt von eigenen Eigenschaften wie Erfolg, Macht, Scharfsinn, Schönheit oder gar idealer Liebe. Dazu weitere Belastungen wie Gier nach übermäßiger Bewunderung und unbegründete Erwartungen, als etwas Besonderes behandelt zu werden. Außerdem die Tendenz, ande­re auszubeuten, insbesondere was Beziehungen , beispielsweise Partnerschaft, Familie, Freunde, aber auch Finanzen, Position u.a. anbelangt. Gegebenfalls sogar ein unverständlicher Mangel an Mitgefühl, Zuwendung und Hilfsbereitschaft, dafür neidisch und manchmal sogar bösartig eifersüchtig. Kurz: eine Belastung besonderer Art.

Bei dieser Aufzählung fallen einem grundsätzlich ein oder mehrere Beispiele ein. Kein Wunder: Auch diese Menschen nehmen offenbar zu. 

 

Diese Analyse stammt nicht etwa von mir, sondern von dem anerkannten Experten

Prof. Dr. med. Volker Faust von der Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Gesundheit 

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Deutscher Frauenrat     

Foto Bild :Lissy Gröner Inge von Bönninghausen  Gertrude Mongella, Weltfrauenkonferenz 95 deutscher Frauenrat

Mit dem  Deutschen Frauenrat DFR, dem Dachverband aller Frauenorganisationen in Deutschland, verband mich eine lange Zusammenarbeit. Die damalige  DFR-Vorsitzende Inge von Bönninghausen und Gertrude Mongella, Generalsekretärin der Weltfrauenkonferenz 95  aus Tansania unterstreichen hier die Forderungen der Weltfrauenkonferenz von Peking 1995. Der weltweite Aktionsplan definiert Ziele in 10 Kernbereichen zur Frauenförderung. Die Regierungen der 189 Teilnehmerländer hatten sich darin verpflichtet zur Umsetzung nationale Aktionspläne zu erarbeiten. Die Stimme der Frauenverbände und Nichtregierungsorganisationen NGOs waren hierbei für mich sehr wichtig, denn ich war Berichterstatterin des EP für die Weltfrauenkonferenz und seit Jahren involviert und dieser Arbeit..

 

Ausführlicher berichte ich darüber an anderer Stelle bei FRAUEN und INTERNATIONAL

 

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CIVIS 2005                  

Bild: Foto:Lissy Gröner Straßburg EP Gerhard Schröder Fritz Pleiten WDR ECHO
Foto: Civis Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa im Europäischen Parlament in Straßburg

Der Intendant des WDR Fritz Pleitgen verleiht 2005 im EP in Straßburg in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder den Medienpreis CIVIS.  "Gerade wir müssen außerordentlich vorsichtig mit Sprache und Bildern umgehen, um Vorurteilen, Diskriminierung und dem Schüren von Konflikten entgegen zu wirken. Wir haben dabei bereits beachtliche Fortschritte gemacht, aber es muss noch mehr getan werden", sagte Pleitgen. Er warnte davor, Probleme bei der Integration von Zuwanderern zu übersehen. "Integration in Europa läuft mal gut, mal schlecht, deshalb müssen wir hinschauen und die Probleme nicht mit falsch verstandener Toleranz zudecken. 

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Kultur und Bildung im EP

Europäische Kulturpolitik ist Vielfalt.

Noch weniger Budget als in den Mitgliedsländern hat die Europäische Union für Kultur, dennoch gibt es viele gute Initiativen.

Die Jugend- und Bildungsprogramme sind sehr erfolgreich und haben bereits Hunderttausende junger Menschen erreicht. Sehr bekannt sind mittlerweile die europäischen Kulturhauptstädte ... Das Programm Media erreicht die Filmschaffenden, Hilfen für Übersetzungen und Sprachvielfalt beschäftigten uns.

Vor allen Dingen die rasante Entwicklung der elektronischen Medien mit allen Aspekten der Medienkonzentration und Gestaltung der Rahmenbedingungen im Internet sind ein heißes Eisen europäischer Kultur- und Industriepolitik.

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Frei - Tod

Bild: Foto: Lissy Gröner Dr. Udo Reiter Freitod MDR Intendant
RIP Dr. Udo Reiter

Dr. Udo Reiter hinterlässt mit seinem Tod eine starke Botschaft, ja ein Vermächtnis

 

"Wer mit seinem Leben abgeschlossen hat, soll sich nicht vor den Zug werfen müssen. Das meinen auch 70 Prozent der Deutschen, die sich für ein ein Recht auf eine menschenwürdige Beendigung des Lebens aussprechen. Ein Plädoyer für das Recht auf selbstbestimmtes Sterben." sagte Reiter.

 

Diesem Plädoyer stimme ich voll zu und schreibe unten meine Gedanken hierzu.  Die Entscheidung wann ich mein Leben nicht mehr weiterleben möchte und wie ich es gegebenenfalls mit Würde abschließen kann, will ich mit dem Arzt/ Ärztin meines Vertrauens  und den engsten Angehörigen selbst treffen  können.                                                  Lissy Gröner

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Umzug mit Blaskapelle ...

Bild: Foto:Festumzug Neustadt Gröner
Die Honoratioren marschieren immer vorweg ...

Die Anforderungen an örtliche VolksvertreterInnen sind vielfältig. Mir haben diese Termine immer viel Spass gemacht . Wir Europaabgeordnete haben keinen Wahlkreis, wie die MdBs und MdLs. Als eine von wenigen Sozialdemokratinnen in Bayern, die über die Bundesliste ins EP einziehen, hatten wir eine interne, regionale Zuständigkeit vereinbart. Mir fiel ganz Nordbayern zu, praktisch von Aschaffenburg bis Hof und hinunter bis Weißenburg. Später als wir Sozis im EP nur noch zu zweit waren, wurde das Gebiet noch größer.

Hier beim Kirchweihumzug in Neustadt marschierten MdB Christian Schmidt, CSU, MdL Heinz Stöckel und MEP Lissy Gröner,  SPD.

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Nazi Größenwahn

Bild: Foto: Reichsparteitagsgelände Nürnberg, Gröner, Doll, Prölß, SPD

Mit dem damaligen Vorsitzenden des Kreisjugendrings Nürnberg, Stefan Doll (heute DGB Chef) und der Stadträtin Dr. Anja Prölß-Kammerer (heute SPD Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Nürnberg) besuchte ich das Museum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände am Dutzendteich in Nürnberg. Es zeigt eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte, die Monumente von Hitlers Wahn der "Herrenmenschen". Unweigerlich fragt man sich, wo es hingeführt hätte, wenn dieser Wahn Erfolg gehabt hätte ... Noch heute zeugen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. In der unvollendet gebliebenen, für 50.000 Menschen ausgelegten Kongresshalle befindet sich das Dokuzentrum . Die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" befasst sich mit den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Viele Schulklassen gehen dort ein und aus. Wie sollen Jugendliche das Unbegreifliche des Nazi Terrors als Bedrohung für die Demokratie sehen, wenn sie nur auf Papier gewarnt werden...

 

Besuch im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

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VolksvertreterInnen

Fild: Foto: Renate Schmidt, Gröner, Dr. Mück, Klaus Meier, Marktplatz Neustadt

Unsere Renate Schmidt, SPD Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 1994 und 1998 informierte sich in Neustadt/ Aisch über aktuelle Probleme der Kreisstadt. Bürgermeister Dr. Wolfgang Mück und der spätere Nachfolger Klaus Meier erläutern Renate Schmidt die sozialdemokratischen Vorschläge unter den aufmerksamen Augen der Bevölkerung. Klar, dass die örtlichen KandidatInnen eingebunden sind.

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Prosit Europa

Bild: Foto: Kerwa Eröffnung Neustadt/Aisch, Lissy Gröner, Reinheitsgebot
Kerwa Eröffnung Neustadt/Aisch

Zuweilen werden besondere Qualifikationen von Abgeordneten erwartet! Trinkfestigkeit gehört dazu. Gerade in Franken ist ein Besuch der Kerwa, also den örtlichen Volksfesten, gleichsam Pflicht. 

Manche Zeitgenossen erwarten von ihren Vertretern dann auch Freibier. Meine Antwort auf derartige Forderungen war meistens: Ich möchte durch Argumente überzeugen. Wer will, dass es darum geht, wer das meiste Freibier ausgibt, müsse inkauf nehmen, dass die Republik  von den Braumeistern regiert werden ...  na denn ... Prosit ...!

Die Bauindustrie und die privaten Brauereien waren uns EuropaparlamentarierInnen sehr dankbar, weil wir das "Bayrische Reinheitsgebot von 1516" gerettet hatten und als europaweites Lebensmittelschutzgesetz bekannt machten. Als Reinheitsgebot wird seit dem 20. Jahrhundert die Vorgabe bezeichnet, dasBier nur HopfenMalzHefe und Wasser enthalten soll. Angeblich wollte Europa das kippen und eine öffentliche Debatte inszeniert. Wir lösten das Problem durch einfache Deklarationspflicht! Amerikanische oder anderswo gebraute Biere können auch andere Zusatzstoffe enthalten, das muss aber für die KonsumentInnen klar erkennbar sein und auf jeder Flasche gut sichtbar stehen..

Das Bayrische Reinheitsgebot wurde so zum Werbeschlager. In vielen anderen Ländern stieg damit das Interesse am deutschen Gerstensaft und gleichzeitig stiegen die Umsätze für unser gutes reines Bier ...

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Hexenverfolgung

bild: Foto: , Lissy Gröner, Hexenverfolgung

Die Frauenbewegung in den 70er und 80er Jahren hat sich intensiv mit der Hexenverfolgung beschäftigt. Wir deckten Machtstrukturen auf und versuchten sie zu durchbrechen. Eine echte Aufarbeitung steht bis heute aus. Sowohl kirchliche, als auch weltliche Institutionen verdrängen bis heute eine Anerkennung der Opfer und eine Entschuldigung.  Vereinzelte Ansätze beruhen meistens auf dem Engagement von Einzelpersonen. Es wird höchste Zeit, genau hinzuschauen, wie sich handfeste wirtschaftliche Interessen, gemischt mit diffusem Aberglauben, Neid und Missgunst gegen die Opfer von Hexenverfolgung  in rund zwei Jahrhunderten in Europa auswirkten. Was waren die ideologischen, religiösen und gesellschaftlichen Motivationen für die Inquisition und was wirkt davon bis heute nach?

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Europafeste

Bild: Foto: Schirmfrau Europafest Mittelfranken SPD

Zu meinen schönsten Terminen gehörten die 

Europafeste. Viele kreative Ideen sind im Zusammenwirken mit den Kulturvereinen umgesetzt worden. Geographisch ging das oft über die EU Länder weit hinaus.

Kinderspiele, internationale kulinarische Spezialitäten, Quizzspiele , Musik- und Tanzangebote boten die Veranstaltungen.  Als Schirmfrau habe ich viele Feste unterstützt und wie hier in Altdorf, beim SPD Europafest, mit den Menschen gefeiert. Ihnen hat es meistens auch sehr gut gefallen, Informationen aus erster Hand zu hören.

Der Reichtum unserer kulturellen Vielfalt in Europa ist zuhause, in geselliger Umgebung, wunderbar zu transportieren.

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Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.     1989         Willy Brandt  -  25 Jahre

Bild: Foto:  Lissy Gröner , Willy Brandt, Frieden, SPD

Unmittelbar nach dem Mauerfall wurde die SPE Fraktion zu einer ausserordentlichen Sitzung nach Berlin einberufen.Wir wollten Fakten schaffen, die die Entscheidungen der DDR Regierung   zur Öffnung des eisernen Vorhangs irreversibel  machten. Von dem damaligen Generalsekretär der UdSSR Michail Gorbatschow kamen Zeichen, dass Russland nicht in den Demokratisierungsprozess der DDR eingreifen werde, sicher war das aber nicht.

Unsere SPE Fraktion im EP wollte mit einer schnellen Präsenz in der noch geteilten Stadt ein Zeichen setzen: kein Weg führt zurück in den Kalten Krieg!

Unklar war zunächst auch, wie  die Westalliierten auf die neue Situation im östlichen Europa reagieren würden. 

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Inneres Wachstum

Seit meiner Jugend praktiziere ich Yoga und übte über Jahre hinweg täglich die Fünf Tibeter. Das sind fünf einfache Übungen, die bei täglicher Ausübung Körper und Geist im Gleichgewicht halten. Fernöstliche Philosophie, diverse parapsychologische Phänomene und alle Arten von Grenzerfahrungen menschlicher Natur interessierten mich brennend. Drogen fand ich langweilig. 
Ein bis zweimal jährlich zog ich mich einige Tage zu Retreats zurück. Das Yoga Landhaus von Freunden wurde zum Ruhepol und half mir, den Stress zu minimieren. Neudeutsch heißt das jetzt work-life-balance. Dieser Thangka zeigt die Weiße Tara, Göttin der Liebe. Diese traditionelle, tibetische Arbeit brachte ich mir, mit Segnung des Dalai Lama, aus seinem Exilort  Daramsala mit ... darüber mehr bei Indien ...

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... wer nicht kämpft hat schon verloren ...

Uschi Pausch-Gruber, MdL ermutigte uns junge Frauen in der SPD, Verantwortung zu übernehmen. Wer beklagt, dass zuwenig Frauen in Mandaten sind, muß bereit sein zu kandidieren. Unsere fränkische Abgeordnete im EP,  Lilo Seibel-Emmerling, berichtete intern, dass sie nicht wieder kandidieren werde. Sie empfahl: schaut euch rechtzeitig nach einer Nachfolgerin um! 
Spontan sprachen mich mehrere Genossinnen an : Lissy, das machst DU ! 
Ich zuckte - ist das nicht eine Nummer zu groß für mich? Verkraftet das die Familie mit einer Tochter von 12 Jahren und einem Sohn von 9 Jahren? Mein Mann ermutigte mich : das ist eine einmalige Chance - auch für unseren SPD Kreisverband - Versuche es ...

WER KÄMPFT KANN VERLIEREN -WER NICHT KÄMPFT HAT SCHON VERLOREN ! ... 

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Das Private und das Politische

Mit den Freundinnen und Freunden bei den JUSOs engagierte ich mich in der neuen Friedensbewegung. Zusammen für Ideale einzutreten, um den besten Weg ringen und gemeinsam kämpfen führte auch dazu, dass man man sich näher kam.

Was ich nie für möglich gehalten hätte, passierte! In Gerhard Gröner fand ich einen Partner und Mitstreiter im 800-Seelensdorf Langenfeld. Wir heirateten 1974 und zogen in die Kreisstadt Neustadt an der Aisch. Tochter Myriam  wurde 1977 geboren und Sohn Nicolai 1980. Jetzt gab es noch zwei wichtige Gründe mehr, für eine gerechtere Welt einzutreten.

Im Kreiskrankenhaus musste ich darum kämpfen, dass meine Neugeborene im Zimmer bei mir bleiben durfte, das Rooming-in war nicht vorgesehen. Keine  Mütterberatung, geschweige denn Einbeziehung der Väter wurde angeboten. Klar hatte die konservative Mehrheit im Kreistag jedoch entschieden, dass jeglicher Schwangerschaftsabbruch im Kreiskrankenhaus verboten war. Der § 218 und die Umsetzung vor Ort wurde zu meinem ersten großen politischen Thema. Das Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren Körper war für mich eine politische Kernfrage, die öffentlich geführt werden mußte.

Die BR Fernsehproduktion "Jetzt red I" mit dem Redakteur Schönhuber half mir, eine große Öffentlichkeit anzusprechen und darüber zu informieren, wie die bayrische Praxis aussieht. Der Verhinderung von Selbstbestimmungsrecht der Frauen und Schwangerschaftsabbruch wurde alle Energie gewidmet, für die Hilfe für Frauen und ihrer Kinder aber nicht. Der "Abtreibungstourismus" nach Holland , Österreich, Tschechien - oder sei es nur über die Landesgrenze nach Hessen florierte. Der "Stern" zitierte mich  und über einen  persönlichen Fall gelang es, auch den WDR einzubeziehen. Schlussendlich gab es 1976 nach langen Kämpfen der Frauenbewegung eine Koalition der Frauen im Deutschen Bundestag, die den alten § 218 abschaffte und die Fristenregelung einführte. Die Abtreibung ist jetzt bis zum dritten Schwangerschaftsmonat rechtswidrig, aber straffrei, wenn vor dem Eingriff eine Beratung stattgefunden hat und eine 3-tägige Bedenkzeit eingehalten wurde.


Beruflich hatte ich seit 1970 die Beamtenlaufbahn eingeschlagen, in Nürnberg arbeitete ich im Fernmeldedienst. Ehrlich gesagt lastete mich das nicht aus. Zeitweise geriet ich beinahe in ein Alkoholproblem. Es galt als chic tagsüber das eine oder andere Glas Alkohol zu trinken. Den Absprung schaffte ich rechtzeitig. Ich hatte ja auch eine Idee vom Leben ...

Reisen in alle Himmelsrichtungen


Mit Gerhard unternahm ich manche Reise. Die erste führte zu meinen Großeltern. Offiziere der RAF (Royal Air Force) wohnten bei ihnen im Haus. Als Kind war ich oft in den Ferien im Rheinland und lernte spielend erste englische Konversation.
Ich erinnere mich gerne daran, als eines Nachts ein lauter Knall nach dem anderen aus dem Bad von Geoffrey, dem schottischen Hubschrauberpiloten, drang. Aufgeschreckt " Oh my God -what is that ???" konnte er schnell Entwarnung geben. Der "Luftangriff" entpuppte sich als der reis missglückte Versuch selbst Bier zu brauen. Die Flaschengärung hatte zuviel Druck entwickelt und war mit lautem Knall hochgegangen. Geoffrey hatte wohl die Temperaturen und den Gärprozess falsch eingeschätzt.

Auch mit der Mentalität der Holländer war ich durch häufige Einkäufe und Ferien an der See schon als Kind vertraut. Damals war ich leidenschaftliche Sammlerin diverser Punktesysteme, die bei den Niederländern viel verbreiteter waren als bei uns. Meine Tante, die ein Taxiunternehnen mit ihrem Mann betrieb, fuhr mehrfach wöchentlich zum Tanken über die Grenze, weil Diesel dort fast die Hälfte kostete. Kaffee, Käse Milch, viele Lebensmittel und Gebrauchsartikel waren deutlich billiger in den NL. Seltener führte unser Weg nach Belgien. Aber auch dort, lernte ich frühzeitig, legt man mehr Wert als in Deutschland auf Genuss und Lebensart und die Lebensmittel wurden in viel größerer Vielfalt und Frische angeboten als bei uns.

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Mehr Demokratie wagen

 
Die Sozialdemokratie ist mehr als nur eine politische Idee. Sie ist für mich und unzählige Genossinnen und Genossen politische Heimat und Familie. Das historische Bewusstsein und die freundschaftliche Anrede mit DU verbindet uns mit SozialistInnen und SozialdemokratInnen rund um den Globus.
Spaß mit dem damaligen SPD Vorsitzenden Willy Brandt am Rande des SPD Parteitag 1986 in Nürnberg,V.li. Lissy Gröner,  Helga Pavlicek, Willy Brandt und Renate Schmidt .
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