SIW -  WELTWEIT FÜR FRAUEN AKTIV - 2

1996 wurde ich von dem XVI. Kongress der Fraueninternationale in New York in das Präsidium gewählt. Die Vertretung der Region Europa fiel damit in meine Zuständigkeit. Das war insofern eine kluge Entscheidung, weil die SPD in der Sozialistischen Internationale, die größte Frauenorganisation, die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ASF,  repräsentiert. Zusätzlich konnte ich als gleichstellungspolitische Sprecherin der SPE Fraktion im Europäischen Parlament viel besser netzwerken und unsere Gleichstellungsforderung noch besser transportieren. Die Kampagnen, die wir in Europa anstießen, zu Beispiel "Stoppt Gewalt an Frauen" - "Stop violence against women" wurden im globalen Kontext übertragen und auf spezifische Länderprobleme zugeschnitten.  Das schreibt sich schnell, aber dahinter verbargen sich oft sehr langwierige Verfahren. Die SIW hat kaum finanzielle Recourcen und es galt allerhand Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Lest selbst ...

Frauen gleichberechtigt im neuen  Jahrtausend

Mehr als 150 Frauen aus 60 verschiedenen Ländern kamen im Hauptquartier der UNO  in New York  zur 16. Internationalen Frauenkonferenz im September 1996 zusammen. Gemeinsam suchten wir nach Wegen, die Frauenrechte überall in der Welt voranzubringen. Die Aktionsplattform, die im Jahr zuvor auf der Weltfrauenkonferenz verabschiedet worden war, musste mit Leben erfüllt werden. Einleitend berichtete Barbara Ehrenreich, führende feministische  US-Autorin über den zögerlichen Ausbau des Wohlfahrtsstaates in den USA und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Die Erwartungen an die Clinton-Regierung waren hoch und die Frauen seien enttäuscht, dass die Demokraten nicht energischer voran gingen. 

Sehr beeindruckend berichtete die Ägypterin Nafis Sadik vom Weltbevölkerungsfond (UNFPA) über die Programmen zur Reproduktiven Gesundheit. Voraussetzung für jeglichen Erfolg seien alle Aspekte der Selbstbestimmung , inklusive Familiengründung und Geburtenregelung. Dazu bedürfe es Bildung und Ausbildung der Frauen. Es ist empirisch nachgewiesen, dass mit jeder Stufe  der Bildung die Anzahl der Kinder je Frau abnimmt und das erste Kind später geboren wird. Auch eine diesen Ansatz unterstützende Wirtschaftspolitik sei notwendig. Der Einfluss von Religiösen Führern, vom Vatikan über Islamisten und anderen Fundamentalisten wirke sich verheerend auf die Gleichen Rechte der Geschlechter aus und bedrohe den Fortschritt.

Audrey McLaughlin, aus Kanada Vorsitzende der Demokratischen Partei, wurde mit großer Mehrheit zur neuen Vorsitzenden der SIW gewählt. Marlene Haas , PvdA aus Holland, wurde in ihrem Amt als Generalsekretärin bestätigt.  Neben Lissy Gröner wurden 15 Vizepräsidentinnen gewählt, die sozialistische Parteien der gesamten Welt repräsentierten.

Wir beschlossen, dass die nächste Konferenz 1999 in Paris eingehend die Hauptthemen der Aktionsplattform von Peking behandeln, und unsere Forderungen der Sozialdemokratinnen und Sozialistinnen in konkrete Maßnahmen herausstellen solle. Ins Auge gefasst wurde bereits das 100jährige Jubiläum der SIW, das wie die Gründung der weltgrößten politischen Frauenorganisation, wieder in Stuttgart 2007 geplant wurde.

VON PEKING INS 21. JAHRHUNDERT - PARIS 1999

ziel ist die parität

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Wally röhrig (Samstag, 01 Oktober 2016 16:16)

    Hier müßten hunderte von Kommentaren und begeisterten dokumentarischen Ausführungen Zu finden sein.... Ich persönlich schätze die internationale Fraueninitiativen weltumfassend als überaus wichtig und absolut notwendig ein und werde immer auch darum bemüht sein solche gleichermaßen zu unterstützen und ins Leben zu rufen entsprechend meinem feministischen Selbstverständis!

  • #2

    Lissy (Samstag, 01 Oktober 2016 16:50)

    Ja, Wally, da stimme ich mit dir völlig überein. Jedoch müssen wir Frauen uns auch gut organisieren und unsere eigenen Wege finden.
    Die SIW war zu stark an den Männernetzwerken orientiert.Wir müssen stärker die Chancen nutzen, die die digitalen Medien bringen ...